
Eine Allrounderin für die Nephro am See: Yvonne von Rickenbach neu in der Dialysepflege
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2. September 2024
"Die Nieren sind sehr noble, geradezu demütige Organe, die ununterbrochen und häufig symtomlos ihre Arbeit verrichten. Wir müssen ihnen Sorge tragen, damit sie uns ein langes und gutes Leben verleihen."
Die Niereninsuffizienz kann nun noch besser und gezielter behandelt werden: der neue Mineralokortikoidrezeptor-Antagonist (nsMRA) Finerenone ist für unsere Nierenpatientinnen und -patienten verfügbar.
Interview mit Dr. Brügger: „Finerenon ermöglicht eine frühzeitige nephro- und kardioprotektive Therapie“
Frage: Herr Dr. Brügger, warum ist es so wichtig, kardiorenale Komplikationen bei Patient:innen mit Typ-2-Diabetes (T2D) frühzeitig zu behandeln?
Dr. Brügger: Etwa 40 % der T2D-Patient:innen entwickeln im Krankheitsverlauf eine chronische Nierenerkrankung (CKD). Zudem haben viele dieser Betroffenen auch ein hohes Risiko für kardiovaskuläre Komplikationen. Der Zusammenhang zwischen Herz und Niere – das sogenannte kardiorenale Syndrom – ist ein zentrales Thema. Umso wichtiger ist es, frühzeitig eine effektive Therapie einzuleiten, die beide Organsysteme schützt.
Frage: Welche Rolle spielt dabei Finerenon?
Dr. Brügger: Finerenon ist ein nicht-steroidaler, selektiver Mineralokortikoidrezeptor-Antagonist (nsMRA). In der FIDELIO-DKD- und FIGARO-DKD-Studie konnte gezeigt werden, dass Finerenon das Fortschreiten der CKD verlangsamt und gleichzeitig das Risiko kardiovaskulärer Ereignisse senkt. Die Substanz bietet also einen doppelten Schutz: für das Herz und die Nieren.
Frage: Was unterscheidet Finerenon von bisherigen Therapien?
Dr. Brügger: Im Vergleich zu klassischen steroidalen MRAs zeigt Finerenon ein günstigeres Nebenwirkungsprofil – insbesondere im Hinblick auf Hyperkaliämien. Zudem wirkt es gezielter auf pathophysiologische Prozesse, die bei der kardiorenalen Schädigung eine Rolle spielen, wie etwa Entzündung und Fibrose.
Frage: Für welche Patientengruppe eignet sich Finerenon besonders?
Dr. Brügger: Die Indikation umfasst T2D-Patient:innen mit CKD – konkret ab einer Albuminurie von A2 bei gleichzeitig eingeschränkter eGFR (30–89 ml/min/1,73 m²) oder bei Albuminurie A3, auch mit erhaltener Nierenfunktion. Diese Patienten profitieren nachweislich von der frühzeitigen Einleitung einer Finerenon-Therapie.
Frage: Wie integrieren Sie Finerenon in Ihren Praxisalltag?
Dr. Brügger: Wichtig ist das Screening auf CKD – etwa durch regelmäßige Bestimmung der eGFR und der Albumin-Kreatinin-Ratio im Urin. Wenn die Kriterien erfüllt sind, sprechen wir mit den Patient:innen über die Möglichkeit einer Therapie mit Finerenon. Die Substanz wird zusätzlich zu einer optimierten Standardtherapie – inklusive ACE-Hemmer oder AT1-Blocker – gegeben.
Frage: Wie erleben Ihre Patient:innen die Therapie?
Dr. Brügger: Viele Betroffene sind erleichtert, wenn sie hören, dass es eine Möglichkeit gibt, aktiv gegen das Fortschreiten ihrer Erkrankung vorzugehen. Die Therapie mit Finerenon wird in der Regel gut vertragen. Wichtig ist natürlich eine regelmäßige Kontrolle der Kaliumwerte und der Nierenfunktion – das lässt sich gut im Praxisalltag umsetzen.